29. September 2017

10 Fragen an Oliver Kaltner - Neuer Beiratsvorsitzender der IEG – Investment Banking Group

Oliver Kaltner (48) wurde am 1. Oktober 2017 zum Vorsitzenden des Beirats der IEG - Investment Banking Group berufen. Lesen Sie das Interview als kurze Einführung über den erfahrenen Manager und Dealmaker.

1. Oliver Kaltner, Sie haben für Microsoft, Sony, Sky, EA, Nike und Leica gearbeitet. Marken sind Ihre Welt. Wie wichtig sind Marken für die Digitalisierung?

MARKEN SIND IN EINER DIGITALISIERTEN WELT VON ENORMER BEDEUTUNG, da sie Orientierung bieten und ein Werteversprechen geben. Jedoch sehen wir eine enorme Abnahme der Markenloyalität. Das führt dazu, dass sich Marken heute jeden Tag neu reflektieren, justieren und aufladen müssen, um im globalen Umfeld relevant zu bleiben.

2. Was verbindet Sie und IEG?

ICH BIN SEIT VIELEN JAHREN MIT DER IEG und seinem Führungsteam verbunden. Inhaltlich und persönlich. Mir gefällt die Kultur der permanenten Orientierung am Markt und an den Partnerbedürfnissen. Das globale IEG Netzwerk ist bemerkenswert. Die Digital Friends Dinner haben sich zu einer eigenen Marke entwickelt. Eine Plattform, die branchenübergreifend Denker und Lenker an einen Tisch zum internationalen Gedankenaustausch zusammenbringt.

3. Sie gelten als Dealmaker. Wann ist ein Deal ein wirklich guter Deal?

ICH LIEBE DEALS. Ich liebe es, wenn aus holistischen Ideen konkrete Vereinbarungen werden. Deals sind dann als wirklich gut zu bezeichnen, wenn sie die Basis für langfristige Partnerschaften ebnen. Alles andere nenne ich Spot Deals.

4. Bitte eine Zwischenbilanz: Der genialste Deal des Jahres bislang?

HIER DARF ICH IN ALLER BESCHEIDENHEIT die technologische Kollaboration zwischen der Leica Camera AG und Huawei anführen. Warum? Weil die scheinbare „alte“ Welt sich mit der „neuen“ Welt wunderbar in der großen Schnittmenge trifft: Optische Ingenieursleistung spielt in allen Mobile Devices von heute und morgen eine fundamental wichtige Rolle. Mit dem „autonomen Fahren“ ergänze ich übrigens Autos als Mobile Devices. Ich traue Huawei zu, in geraumer Zeit die weltweite Nummer 2 im Segment „Smartphones“ zu werden. Dann dürfen wir von einem wirklich guten Deal sprechen.

5. Sie gelten als Asienkenner. Was können wir von China lernen?

ENGINEERING-LEISTUNG! China ist längst der produzierenden Copy-and-Paste-Kultur entwachsen. Die Besinnung auf die eigene, mehr als 5.000 Jahre alte Kultur, die richtungsweisende Ausbildung unzählig vieler junger Talente, dem energetischen Commitment, sich als Leader der digitalen Welt zu entwickeln – dies alles wird unser amerikanisch-europäisches Bild auf China schon bald grundlegend korrigieren. Und: China ist enorm schnell. Deren Geschwindigkeit schafft neue Maßstäbe.

„Ich freue mich sehr, den Vorsitz des Beirats von IEG zu übernehmen. Die Digitalisierung erfordert tiefgreifende Veränderungen der Geschäftsmodelle und Kundennetzwerke in allen Branchen. Investment Banking und Private Equity blicken hierbei auf spannende, neue Potenziale im Zusammenwirken mit der Wirtschaft, national wie international, bei Corporate und Mittelstand.“

Oliver Kaltner

6. Und was lernt China gerade von uns?

MARKETING UND SALES! Die Kunden im Mittelpunkt des eigenen Agierens zu sehen, ist löblich. Doch in der digitalen Welt müssen die Kunde in den Mittelpunkt unseres Denkens. Erst dann bin ich in der Lage, nachhaltige Relevanz zu schaffen.

7. Wie überbrücken Sie die berühmten kulturellen Unterschiede?

UNTER DEN DREI GROßEN ASIATISCHEN KULTUREN würde ich aufgrund meiner persönlichen Erfahrung mit allen Dreien die chinesische als die offenste und lernwilligste bezeichnen. Brücken zu schlagen beginnt mit einer gemeinsamen Sprache. Hier hat sich Englisch etabliert. Dann gilt es aus scheinbaren kulturellen Unterschieden, kulturelle Gemeinsamkeiten zu identifizieren. Die Begeisterung für Engineering-Leistung, für digitales und transparentes Miteinander, für kompromissloses Kooperieren lässt gerade zwischen Europa und China viele Möglichkeiten des gemeinsamen Wachstums zu.

8. Eine Geschäftsidee, die wir in Europa noch entdecken müssen?

VOLL DIGITALISIERTE STÄDTE mit einer ökologischen Energiewirtschaft, effizienzgetriebenen Verkehrskonzepten, die minutiös Bedarf decken, und Lösungen, die nicht vor ehemaligen geographischen oder neu kreierten Grenzen Halt machen, sondern das ermöglichen, was Europa endlich darstellen sollte. Ein kraftvoller, weil einheitlicher Markt.

9. Verraten Sie uns Ihre Lieblingsapp?

AMAZON PRIME. Bei meinen tatsächlich sehr vielen internationalen Reisen kann ich immer auf meine Musik, spannende Filme und die Fußball Bundesliga in der Liveübertragung zugreifen. Das alles inspiriert mich derart, dass ich gerne auch meiner Shopping-Leidenschaft nachgehe. So kann ich meinen Lieben und mir selbst immer wieder schöne Momente bescheren – 24/7/365.

10. Wie lange dauert es, bis sie eine Mail beantworten?

ICH BIN BEKANNT DAFÜR, always on zu sein und sehr schnell zu reagieren. Nun ja, durchaus denkbar, dass ich hier eher eine Schwäche denn eine Stärke erwähnt habe.